Das Festival

Das mittelalterliche Freiberg in Sachsen – Stadt des jahrhundertealten Silberbergbaus, der ältesten montanwissenschaftlichen Universität und der größten Mineraliensammlung – birgt in sich den einmaligen Klang der Silbermann-Orgeln und eine Vielzahl wunderschöner historischer Räume mit hervorragender Akustik. Diese zum Klingen zu bringen ist das Anliegen unseres Festivals – erleben Sie 4 Tage lang Alte Musik auf höchstem Niveau!

Nach der Eröffnung mit Ton Koopman, der auch einen Orgel-Meisterkurs geben wird, steht am Freitag die Renaissance der Instrumente um 1600 im Mittelpunkt. Das „Himmelsorchester“ von 1594 in der kurfürstlichen Begräbniskapelle hat in den vergangenen Jahren bereits großes Aufsehen erregt; Musik der in dieser Zeit aufblühenden Stadtpfeifereien bringt uns die Capella de la Torre klangprächtig nahe. Die Brücke ins Heute schlägt Annette Ziegenmeyer: Eine einzige Blockflöte wird durch geschickten Einsatz elektronischer Effekte zu einer mitreißenden Jazzband.

Neue Ausdruckswelten eröffnete das Barock. Die zwei intimsten Instrumente, Traversflöte und Clavichord, stehen im Mittelpunkt zweier Konzerte am Samstag, und am Abend stellen Marek Rzepka und die „Holland Baroque Society“ mit Musik des 17. Jahrhunderts unter Beweis, dass Musik auch bereits vor J.S. Bach von bewegender Empfindsamkeit geprägt sein konnte.

Die Farben der Formen prägen den Sonntag unseres Festivals: J.S. Bachs Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“ formte eine Tiefgründigkeit, die nachfolgende Generationen nachhaltig beeinflusste. Am Nachmittag erklingen im passenden Ambiente des Städtischen Festsaales aus dem späten 18. Jahrhundert klassische Klaviertrios mit drei erfrischend farbig musizierenden Kammermusikern. Mit Orgelmusik des 17. Jahrhunderts schließt Dietrich Wagler den Kreislauf: Klänge und Farben, die das Festival prägen, kommen hier noch einmal sichtbar in der Live-Malerei des Künstlers Karsten Mittag zur Geltung.

Jan Katzschke